Wolves In The Throne Room
Die Architekten des Cascadian Black Metal
Als Wolves In The Throne Room 2002 in Olympia, Washington, von den Geschwistern Nathan und Aaron Weaver gegründet wurden, konnte niemand ahnen, dass dieses Projekt die Koordinaten des US-amerikanischen Black Metal grundlegend verschieben würde. Die Weaver-Brüder, aufgewachsen auf einer abgelegenen Farm im Bundesstaat Washington, verweigerten sich von Beginn an den satanistischen Klischees der zweiten Welle und entwickelten stattdessen eine zutiefst ökologisch-spirituelle Ästhetik, die den pazifischen Nordwesten – seine Wälder, seine Isolation, seine urwüchsige Gewalt – zum klanglichen Fundament erhob. Der Begriff Cascadian Black Metal, benannt nach der bioregionalen Kaskadenkette, wurde zur Genre-Bezeichnung einer ganzen Szene, die Bands wie Skagos, Fauna und Alda umfasste.
Ihr Debüt Diadem of 12 Stars erschien 2006 als Eigenproduktion auf dem bandeigenen Label Artemisia Records, bevor das südkoreanische Underground-Label Vendlus Records eine breitere Distribution übernahm. Bereits hier zeigte sich die charakteristische Handschrift: epische, 20-minütige Kompositionen, die Black-Metal-Raserei mit ausgedehnten Ambient-Passagen verschränkten. Der Durchbruch in der internationalen Szene gelang 2007 mit Two Hunters via Southern Lord Records – ein Album, das mit Jessika Kenney als Gastsängerin und Produzent Randall Dunn (Sunn O))), Earth) in den legendären Aleph Studios in Seattle eine beispiellose klangliche Tiefe erreichte. Die Platte gilt heute als Meilenstein des atmosphärischen Black Metal.
Mit Black Cascade (2009) und Celestial Lineage (2011), beide weiterhin auf Southern Lord, verdichteten Wolves In The Throne Room ihren Sound zusehends. Celestial Lineage, erneut mit Dunn produziert und in den London Bridge Studios aufgenommen, integrierte erstmals deutliche Doom-Einflüsse und weibliche Choralgesänge. Nach einer ausgedehnten Tourpause kehrte die Band 2014 mit Celestite zurück – einem rein instrumentalen Dark-Ambient-Album, das als experimentelles Gegenstück zu Celestial Lineage konzipiert war und auf ihrem eigenen Label Artemisia Records erschien.
2017 markierte Thrice Woven die Rückkehr zum verzerrten Black Metal, diesmal mit Gitarrist Kody Keyworth (ex-Lycus) als festem Mitglied. Das Album, aufgenommen in den Owl Lodge Studios im Hinterland Washingtons, featured Gastsängerin Anna von Hausswolff und Neurosis' Steve von Till. Mit Primordial Arcana (2021) via Relapse Records – dem ersten Album für das renommierte Extreme-Metal-Label – erreichte die Band eine neue Balance aus hymnischer Erhabenheit und roher Naturgewalt. Die Vinyl-Erstpressungen sind durchgehend als streng limitierte Editionen erschienen und heute begehrte Sammlerstücke.
Diskographie
2006 - Diadem of 12 Stars (Vendlus Records)
2007 - Two Hunters (Southern Lord Records)
2009 - Black Cascade (Southern Lord Records)
2011 - Celestial Lineage (Southern Lord Records)
2014 - Celestite (Artemisia Records)
2017 - Thrice Woven (Artemisia Records)
2021 - Primordial Arcana (Relapse Records/Century Media)
Wichtige EPs
2005 - Wolves in the Throne Room (Demo, Eigenveröffentlichung)
2008 - Malevolent Grain (Southern Lord Records)
2013 - BBC Session 2011 Anno Domini (Southern Lord Records)
2016 - Diadem of 12 Stars (Vinyl Reissue) (Artemisia Records)
2023 - Crypt of Ancestral Knowledge (Relapse Records)
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